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My kitchen is my inspiration

4. November 2018
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Meine Küche hat für mich eine Aussage die exakt zu mir passt. Klare Linien, puristisch, modernes Design, auf das Wesentliche reduziert, funktionell und praktisch … kann man sich da wohlfühlen? Aber ja, all das inspiriert mich und lässt mir viel Platz für Kreativität beim Backen. Warum das so ist und vielleicht auch euch gefallen könnte? Lest einfach weiter, ein paar Tipps gibt es gratis dazu.

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Der Küche kommt in den eigenen vier Wänden eine besonders wichtige Bedeutung zu. Sie ist mehr als ein reiner Nutzraum in dem nur das Essen zubereitet wird. Klar ist, dass eine schöne und gut geplante Einbauküche zur nötigen Wohlfühlatmosphäre beiträgt, wenn sie in Funktionalität und Optik zum Bewohner und seinen Bedürfnissen passt und sich in die jeweilige Wohnsituation einpasst bzw. diese optimal ergänzt. Kurzum, eine Küche muss nicht nur schön sein, sie ist die netteste Art von Arbeitszimmer und ein Lebens-Raum. Man sollte gerne in ihr kochen und backen. Nicht zu vergessen, dass eine hochwertige Küche eine kleine Ewigkeit hält.

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Zum Thema Gestaltung: Manche Räume lenken schon durch ihre Architektur die Aufmerksamkeit auf sich. Vielleicht habt ihr hohe Wände, außergewöhnliche Fensterfronten, wunderschöne Stuckleisten oder eine rustikale Backsteinwand in eurer Küche. Diese Elemente solltet ihr mit einbeziehen, denn sie beeinflussen die Raumwirkung enorm. Je auffälliger der Raum, desto zurückhaltender kann die Küche sein.

Jetzt zu meiner Küche. Bei mir sind es die extremhohen Wände, die bis in den Giebel reichen. Das betrifft die gesamte Wohnung und nicht nur die Küche und sieht einfach wahnsinnig toll aus. Außerdem ist der gesamte Wohnraum sehr offen. Es gibt wenig Türen und viele Fensterfronten die zudem für viel Licht sorgen. Die Einrichtung ist im skandinavischen Wohnstil: Vorherrschende Farben sind weiß, grau, schwarz, kombiniert mit hellem Holz. Durch das viele Holz wirken die Farben nicht kühl. Wenn ihr euch das mal anschauen wollt, könnt ihr gerne mal in meinen Beitrag zum Thema „Problemzone Flur“ hineinschauen. Da bekommt ihr einen guten Eindruck.
Klar wie Kloßbrühe also, dass die Küche genau dazu passen muss. Ich habe mich entschieden sie nicht optisch zu integrieren, sondern sie als neutralen Raum zu planen. Ich bin ein sehr strukturierter und ordnungsliebender Mensch. Während ich backe geht es aber immer etwas wild und wuselig zu. Da ist es schön, wenn mir dieser Raum noch Platz zur Entfaltung bietet, das optische Gesamtbild geradlinig, aufgeräumt und klar ist und von nichts ablenkt. Das ist ein sehr gesunder Minimalismus. Ich kann mich damit sehr gut auf das Wesentliche fokussieren und mein kleines Backchaos so richtig genießen. Wenn ich mich entspannen will, gehe ich in meine Küche und backe etwas.

 

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Die Farben sind genau meine, ich liebe sie: Fronten in Weiß und Quarzgrau, Arbeitsplatte in Graumetallic, Spritzschutz aus Glas, Bodenfliesen in Anthrazitgrau. Sie passen wunderbar zum grafisch klaren Charakter der Küchenelemente und erzeugen für mich ein ruhiges, harmonisches Gesamtbild. Obwohl ich ein echter Dekofreak bin, haben in der Küche nur ein paar ausgesuchte, sehr praktische Sachen, in zarten Grau- und Rosatönen ihren Platz gefunden. Wie z.B. die superschönen Abwaschlappen aus Strick, Topflappen und Händehandtücher, die ich so gerne verwende, ein kleiner Hocker, Schneidebretter und Untersetzer aus Holz, eine Gemüsekiste, Gewürze, 1,2,3 Backbücher.

 

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Jetzt sagt ihr: „ok“, „ok“ … das leuchtet ein, aber was ist den mit den Funktionen, passt das den auch dazu? Ihr habt ja so Recht, das ist ein großes Thema. Es war mir damals bei der Planung sehr wichtig und hat sich als nahezu perfekt bewährt. Meine Küche ist, wie schon gesagt, offen zum Ess- und Wohnbereich und grenzt sich dazu mit einem kleinen Winkeltresen ab. Allerdings ist sie auch schmal und lang. Ziemlich unaufgeregt sozusagen. Eine gute Küche sollte nicht nur schön sein, sondern auch funktional und praktisch. Wenn ich beim Backen zwischen Mixer, Spülbecken, Kühlschrank, Herd und Backofen hin und her springe, muss alles gut erreichbar sein und auch das Innenleben der Schränke Professionalität beweisen, was die Ausstattung angeht. Hier heißt es nicht nur funktional, optimale Ordnung, durch praktische Aufteilung, sondern auch beste Stauraumnutzung. Ihr merkt schon, da habe ich sehr hohe Ansprüche.

 

It’s Magic … Man spricht bei der Küchenplanung vom magischen Dreieck. Das ist die Verbindung von Herd, Kühlschrank und Spüle. Die Laufwege dazwischen sollten möglichst kurz sein, damit ihr effektiv arbeiten könnt. Das Dreieck kann man sich also als erstes Mal auf die Mütze schreiben, und schauen wie es sich optimal einbauen lässt in den Raum. Danach kommt die Überlegung, wie viel Küche brauche ich? Das betrifft nicht nur die zusätzlichen technischen Geräte, wie Dampfgarer, Mikrowelle, Einbau-Kaffeevollautomat, etc., sondern auch den Bedarf an Arbeitsfläche. Das setzt ihr in die Relation des zur Verfügung stehenden Raumes. That‘s it.

 

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Bei mir war klar. Der Raum ist schmal und lang, ich kann Kochinseln noch so toll finden, dem Platz und dem magischen Dreieck werde ich nur gerecht mit einer zweizeiligen Küche. Dabei sind die beiden Küchenzeilen an gegenüberliegenden Wänden platziert. Die eine Zeile am Fenster besteht bei mir aus einer langen Arbeitsfläche mit viel Platz zum Teig ausrollen, Mixen, Rühren und Zutaten bereitstellen. Sie hat eine L-Form, die sich mit einem kleinen Tresen zum offenen Ess- und Wohnbereich richtet. Diese praktische und noch dazu schöne Raffinesse hat sich das Küchenstudio ausgedacht und ich bin hochzufrieden mit diesem Tresen-Element, was eigentlich ein Stauraumwunder ist und gleichzeitig eine dezente optische Trennung bietet. Am anderen Ende sind die Hochschränke für die integrierten technischen Einbauelemente platziert. Gegenüber in der anderen Zeile finden Herd und Spüle ihren Platz. Voilà, damit ist das magische Dreieck auch schon geschaffen. Kleiner Tipp, zwischen den beiden Küchenzeilen müsst ihr auf den Abstand achten, damit ihr euch gut bewegen könnt. Das sollten mindestens 1,20 Meter sein, damit ihr alle Türen, Schubladen und Geräte gut öffnen könnt. Besser ist noch mehr Abstand einzuplanen, wenn ihr es wie ich etwas lichter und offener mögt.

 

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Wir haben eine große Familie und somit eine große Gästeschar die regelmäßig bei uns einkehrt. Da haben wir natürlich auch eine riesen Menge an Geschirr. Dazu kommt noch mein ganzes Backzubehör, die zahlreichen Pfannen und Töpfe für den Mann, der bei uns den Koch Part übernommen hat und noch so einige technische Kleingeräte. Dazu die obligatorische Tupperschublade jeder Frau (kein Kommentar …). Fakt ist, Stauraum ist das mega Zauberwort und auch möglichst wenig Gedöns auf der Arbeitsfläche. Yes, habe ich – mich lenkt nichts ab. Alles ist perfekt aufbewahrt. Dafür gibt es jede Menge Schränke, die natürlich auch die Höhe des Raumes mit ausnutzen. Die große Menge an Schränken ist auch der Grund warum bei mir die eine Küchenzeile quarzgrau und die andere weiß ist. Auf der weißen Seite bleiben die viele Fronten sehr zurückhaltend und fast unsichtbar, weil weiß sich optisch leicht in den Raum integriert. In die dunkelgrauen Küchenfronten, die sich auf der hohen Giebelseite des Raumes befinden, habe ich mich schockverliebt. Sie sehen nicht nur sehr edel aus, durch den Kontrast zur Wand, auch die große Schrankfläche relativiert sich durch die extreme Höhe galant.

 

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Wichtig war noch, dass die Türen sanft und ohne Klackern schließen und die Auszüge und Schubladen mit einem Hüft- oder Poposchubser automatisch schließen. Oberschränke öffnen sich nach oben, so dass man sich keine Beulen mehr holt. Der große Vorteil ist auch, dass so fast nichts schmutzig wird, wenn ich mit meinen mit Mehl und Ei verschmierten Fingern daran herumtatsche. Griffe mussten aus diesem Grund auch unbedingt sein, aber bitteschön optisch reduziert und diskret. Sie sind als einfache Winkelleisten aus Edelstahl an den Fronten montiert und unterstreichen unauffällig die klare Linienführung der Küche.

 

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Abgerundet ergibt sich eine Küche mit einem Understatement in Form und Farbe, die aber zudem noch extrem funktionell und praktisch ist. Eine perfekte Küche … meine Traumküche. Nun werdet ihr vielleicht sagen: Einiges finde ich ja ganz gut, aber mir ist das zu schlicht. Das darf so sein. Schließlich hat jeder seinen eigenen Geschmack, seine eigenen Bedürfnisse und Ansprüche. Und eine Traumküche ist für jeden individuell. Aber was alle Traumküchen können sollten: Uns glücklich machen – Jeden Tag auf Neue!

 

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P.S.: Falls ER euch aufgefallen ist … der „oldschool“ Wasserkocher von Alessi ist wirklich ein reines Dekostück. Wir haben ihn vor 24 Jahren zur Hochzeit bekommen und er hat all unsere Umzüge mitgemacht. Rein optisch passte er schon lange nicht mehr in unsere Küchen und hat auch keinerlei Verwendung mehr. Doch das gute Stück ist nicht mehr wegzudenken als Erinnerung und Glücksbringer zugleich und musste natürlich – ganz klar – auch mit auf’s Foto.

Eure Regina

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