Unterwegs

Moin Sylt . . . Rüm hart, klaar kiming

11. Februar 2018
Sylt Strandkorb bei Gosch

„Weites Herz, klarer Horizont“. Das ist ein alter Spruch der Sylter Kapitäne und beschreibt meine ganz große Sylt-Liebe. Heute erzähle ich euch hier, warum diese Insel mich auch im Winter total verzaubert und ich verrate euch meine besonderen Lieblingsorte.

Das Sylt-Feeling beginnt … wenn wir die Autobahn hinter uns gelassen haben und die einstündige Fahrt durch Wald und Wiesen auf der Landstraße gen Niebüll geschafft haben. Wir stehen in der Schlange an der Verladestation des Autozuges, lehnen uns zurück und freuen uns mächtig. In meinem Herzen macht es jedes Mal einen richtigen Hops, wenn der Zug dann loszuckelt und wir durch das Watt rauschen. Die Stullen und Getränke werden ausgepackt und wir feiern unsere Ankunft auf der Insel sozusagen mit einem „Auto-Picknick“. Das hat Tradition, das war schon immer so und darf niemals fehlen. Und kurz darauf kommt der große Moment, wenn ich in dieser unendlichen Weite des Watts plötzlich die Insel aus der Ferne sehen kann – meine Lieblingsinsel.

 

Holzweg Rotes Kliff Wenningstedt

Mindestens einmal im Jahr muss ich einfach dort hin. Ich kann nicht anders. Es ist dann als wenn jemand in meinem Kopf die Return-Taste drückt, den vollen Speicher löscht und alles auf Neubeginn gestellt wird. Der Wind und das Meer pusten allen Stress und Ballast einfach weg. Tief durchatmen, die Füße im Sand, kribbeln auf der Haut – der Körper fühlt sich unglaublich lebendig und frei. Dabei ist es total egal ob ich drei Tage oder zwei Wochen dort bin.
Sylt ist einfach wunderschön und dass bei jedem Wetter. Ganz besonders mag ich Sylt im Winter. Wenn die Insel rauer und stiller ist. Es ist wunderschön, wenn die Dünen weiß gepudert vom Schnee sind oder der Raureif auf dem Strandhafer liegt und die Strände leer sind. Das Licht ist durch die tiefstehende Wintersonne fast magisch und verzaubert einen regelrecht. Und ich liebe es nach einem Strandspaziergang mit kalt gefrorener Nase und geröteten Wangen in einem der Strandlokale oder gemütlichen Kaffeestuben bei einem Heißgetränk langsam aufzutauen. Selbst bei Schietwetter ist diese Insel schön. Eben nur ein bisschen nasser. Aber es gibt ja entsprechende Kleidung und irgendwie gehört das zum Nordseewetter auch dazu. Meistens zeigt sich zwischendurch doch mal die Sonne, weil der Wind die Wolken wieder weggepustet hat. Nur bei Sturm, da wird es auf Sylt etwas ungemütlich. Wind und Salz bohren sich dann durch jede noch so kleine Pore der Regenkluft. Es ist zwar ein unglaubliches Naturschauspiel wenn die Nordsee wie wild geworden gegen die Küste peitscht und die Strände geradezu ertränkt, aber man kann leider auch erahnen, welchen Schaden diese Naturgewallt der Insel dabei zufügt. Das bewegt mein Herz für Sylt jedes mal.

 

Strand Rotes Kliff Wenningstedt Sylt

 

Grüne Algen Meer Sylt

 

Sonnenuntergang Sylt Meer

Das Schöne an Sylt ist für mich, man kann hier jeden Tag etwas anderes machen. Diese Insel ist extrem vielfältig. Da findet man mächtige Strand- und Dünenlandschaften, Wattenmeer, saftig grüne (…im Sommer) Wiesen und Schafweiden, Hafenstimmung, Fischbuden, Strandlokale, muckelige Kaffeestuben, die Schickis und Mickis in Kampen, Keitum, das urige Kapitänsdorf mit seinen schmucken alten Reetdachhäusern und nicht zu vergessen Westerland, die Stadt mit der Shoppingmeile. Und egal wo man ist, man merkt, dass man nah am Meer ist. Möwengeschrei und Meeresrauschen in der Endlosschleife inklusive …

 

So, und nun nehme ich euch mit und verrate euch hier meine ganz besonderen Lieblingsorte auf der Insel:

Die „Kleine Teestube“ in Keitum

Die kleine Teestube in Keitum

In einem kleinen, süßen reetgedeckten Friesenhäuschen mitten in Keitum geht es bei Tee, Kaffee und leckerem hausgemachtem Kuchen sehr gemütlich zu. Es ist so ein bisschen wie in Omas guter alten Stube zu sitzen. Im Sommer gibt es auch noch den Garten vor dem Haus. Dort kann man es lange aushalten zwischen den ganzen Blümelchen.

 

Das „Kontorhaus Keitum“ 

Teekontor Keitum

Für mich als Tee-Liebhaberin ist das „Kontorhaus“, das inmitten der Keitumer Wiesen liegt, etwas sehr Besonderes. Im „Teeraum“ wird der Teegenuss regelrecht zelebriert. Es gibt sage und schreibe 100 Teesorten zur Auswahl und dazu hausgemachten, frischen Kuchen und Waffeln. Der Tee wird in feinem weißen Porzellan und silbernen Kännchen serviert. Wer Ruhe und Stille sucht, ist hier genau richtig. Handyklingeln verboten … Und wer nicht nur dem duftenden, dampfenden Tee in seiner Tasse zuschaut, hat einen traumhaften Ausblick aus den mit Fenstern umsäumten Gastraum, auf eine unendlich scheinende weite Wiesen- und Weidenlandschaft mit Pferden und Schafen. Manchmal spielt auch ein Klavierspieler entspannte Musik, im Winter wird der Kamin angemacht und im Sommer kann man auf der Terrasse sitzen und im Strandkorb die Nase in die Sonne halten. Für mich ist der „Teeraum“ pure Entschleunigung.

 

Teekontor Keium Teeregal

Der „Teekontor“ ist für mich als Deko-Liebhaberin eine wahre Fundgrube für schöne Dinge. Hier findet ihr außer 200 verschiedene Sorten Tee und passendem Teezubehör, auch schönes Porzellan, Gläser, Schalen, ausgesuchte Kochbücher, Deko- und Designobjekte. Ich stöbere hier sehr gerne und bin noch nie ohne einen Einkauf heimgefahren … Wenn ihr wissensdurstig seid, könnt ihr auch ein Teeseminar buchen. Und es gibt noch ein angeschlossenes Gästehaus mit 7 exklusiven Zimmern bzw. Suiten.

 

Teekontor Keitum schöne Dinge 1

 

Teekontor Keitum schöne Dinge 2

 

Teekontorhaus Schöne Dinge 3

 

„Brot & Bier“ . . . auf eine Brotzeit nach Keitum
Hier gibt es lecker Stullen, reichlich, sehr kreativ und wirklich außergewöhnlich belegt – Auf acht verschiedenen Brotsorten. Dazu wird selbstgebrautes, original Sylter „Watt“ – Bier serviert. Vom „Söl-Burger“ bis zur neu interpretierten Leberwurststulle ist für alle etwas dabei. Sogar eine Veggie-Stulle wird angeboten. Wirklich toll finde ich, dass hier alles frisch belegt wird. Ich werde hier nicht nur satt sondern auch glücklich!

 

Die „Kaffeerösterei Sylt“

Kaffeerösterei Rantum 1

Nach so viel Tee habe ich jetzt einen Tipp für die Kaffee-Junkies unter euch. Die Kaffeerösterei im Rantumer Hafen. Sie liegt etwas versteckt direkt am Rantumbecken. Aus einer alten Lagerhalle ist die Kaffeerösterei mit einem gemütlichen Café entstanden. Der köstliche Duft von frisch geröstetem Kaffee weht durch den Raum, denn hier wird täglich der Trommelröster angeschmissen um verschiedenste Kaffeesorten herzustellen, die so tolle Namen wie „Fofftig Fofftig“, Freya oder Okke tragen. Die kannst du alle probieren und dazu leckeren selbstgebackenen Kuchen und original Friesenkekse nach Omas Rezept schmausen. Auch die Einrichtung überzeugt mich. Im Industrie-Style mit etwas maritimem Charme, sitzt man zwischen Kaffeesäcken und der Röstmaschine in einem kleinen gemütlichen Gastraum. Im Sommer kann man auf der windgeschützten Terrasse die Zeit einfach mal vergessen.

 

Kaffeerösterei Rantum 3

 

Kaffeerösterei Rantum 2

 

„Leysieffer“ Bistro in Westerland

Leysieffer Milchreis mit Roter Grütze

Fast am Ende der Fußgängerzone in Westerland, mit dem Strand gleich um die Ecke, ist draußen an den Stehtischen, die bei kaltem Wetter unter Heizpilzen stehen, immer mächtig was los (und das wirklich immer!). Im Sommer sieht man schon von weitem die lange Schlange vor dem Eisstand. Bei Leysieffer könnt ihr herrlich Kaffee trinken, Milchreis mit roter Grütze, leckeren Kuchen oder kleinere Gerichte essen. Dabei beobachte ich gerne das Gewusel der Leute auf der Fußgängerzone und halte ab und an den Kopf in die Sonne. Kleiner Tipp: Man bekommt am Eisstand auch „Waffelbruch“, den man kaufen kann. Sehr, sehr lecker als Knabberei „to-go“.

 

Leysieffer Sylt Kuchen

 

„Gosch“ am Kliff

Gosch am Kliff Sylt 1

Heute schon gegoscht? Gosch ist eine Institution auf Sylt und für mich gehört essen bei Gosch natürlich zu jedem Urlaub auf Sylt dazu. Auf der Insel gibt es einige Gosch-Läden. Mit Abstand ist der am Kliff in Wenningstedt aber der schönste. Er hat eine 1-A Lage. Was gibt es schöneres als auf den Bänken der Außenfassade, eingekuschelt in einer warmen Decke, bei einem Glas Wein und einem Fischbrötchen, den Ausblick aufs Meer zu genießen? Abends gibt es den Sonnenuntergang gratis dazu. Innen ist es immer sehr voll, darauf müsst ihr euch einstellen. Das Essen bestellt man Gosch-gemäß am Selbstbedienungstresen. Ihr bekommt hier einfach alles mit Fisch vom Gegrilltem über Nudelgerichte und leckeren Flammkuchen. Aber natürlich auch das klassische Fischbrötchen „auf die Hand“ oder einen Salat. Mein Tipp: Bei den Fischgerichten sind die Bratkartoffeln unschlagbar.

 

Gosch am Kliff Sylt 2

 

Das Rote Kliff  . . . ein Spaziergang von Wenningstedt nach Kampen

Rotes Kliff

Mein schönster Spaziergang auf Sylt führt oben auf dem Roten Kliff von Wenningstedt nach Kampen und unten am Strand wieder zurück nach Wenningstedt. Auf einem Holzsteg-Weg geht man vom Strandparkplatz in Wenningstedt durch die Dünen Richtung Steilküste und wandert dann direkt am Abgrund der rötlich gefärbten, 50 Meter hohen, Steilküste bis nach Kampen. Ich kann euch sagen, diese Aussicht ist wirklich atemberaubend und ihr dürft hier niemals euren Fotoapparat vergessen. In Kampen angekommen steigt man die Holztreppe zum Strand hinunter und es geht direkt am Meer zurück nach Wenningstedt. Von dieser Seite schaut man direkt auf die rötliche Färbung des Kliffs. Mit dem Blick auf den Strand und das Meer ist diese Kombi zusammen traumhaft schön.

 

Rotes Kliff 2

 

Die „Sansibar“
Ein jeder kennt sie … sie ist auch als Schicki-Micki-Strandlokal bekannt. Ich finde das gar nicht und bin sehr gerne dort. Man sitzt dort einfach einzigartig zwischen den Dünen mit dem Meer um die Ecke. Das Personal ist supernett, der Service prima und die Trüffel-Pommes sind einfach genial. Natürlich gibt es auch eine große Auswahl an anderen sehr leckeren und qualitativ hochwertigen Gerichte und sehr gute Weine. Mir haben es die besagten Pommes nun einmal angetan. Da guckt aber auch keiner komisch, wenn ihr nur eine Kleinigkeit bestellt. Alles geht sehr entspannt zu und ja, vielleicht sieht man den ein oder andern Promi. Das kommt vor …
Ein Tipp: Bei Sonnenuntergang ist es noch schöner!

 

Der Lister Hafen

Hafen List

Die Fahrt zum Hafen durch die unendliche Dünenlandschaft auf der linken Straßenseite und dem Wattenmeer auf der rechten Seite, ist für mich schon ein reiner Augenschmaus. Im Hafen selbst ist es trubelig. Hier gibt es die große Tonnenhalle zum Shoppen für allerlei „Syltiges“ und draußen Fischbrötchen satt bei „Gosch“ und Co.. Eine einmalige Atmosphäre. Außerdem könnt ihr im „Erlebniszentrum Naturgewalten“ richtig etwas lernen. Dort findet ihr Ausstellungen zu Meer, Wetter und Küste. Gerade für Kinder ist das echt schön. Aber auch Wattwanderungen werden hier angeboten, die ich jedem, der noch keine gemacht hat, sehr ans Herz legen kann. Und keine Sorge, ihr braucht keine Gummistiefel, denn die kann man sich dort sogar ausleihen.
Für mich ist der Lister Hafen in jedem Urlaub ein kleines Ritual, denn von dort ist mein Opa 1930 und 1931 mit einem Dornier Wal-Wasserflugzeug von Sylt über den Atlantik nach New York und Chicago geflogen. Er war Funker der Flugzeugbesatzung. 1932 ist er sogar von dort zu einem Flug einmal um die ganze Welt gestartet. Das war für die damalige Zeit etwas sehr Besonderes. Und so findet man heute im Lister Hafen, rechts neben der Tonnenhalle, umgeben von ein paar Bänken, einen Gedenkstein dazu.

 

„Voigt‘s Alte Backstube“ in List
Ein Besuch bei „Voigt’s Alte Backstube“ darf für mich bei schönem Wetter einfach nicht fehlen. Man sitzt mitten in einem schönen Garten in Strandkörben und urigen Gartenmöbeln und genießt eine riesige Auswahl an frischen süßen und würzigen Pfannkuchen, Salaten, Eintöpfen, Kuchen und Waffeln. Dazu Kaffeespezialitäten oder einer der fünfzig angebotenen Teesorten. Ich schätze es sehr, das man hier sehr auf Herkunft und Qualität der Lebensmittel achtet und vieles hausgemacht ist. Sehr schön ist, dass ihr die hausgemachten Produkte nebenan in einem kleinen Lädchen auch kaufen könnt.

 

Der „Hansenhof“ und sein Hofladen

Hofladen Hansenhof Sylt 1

Im Osten der Insel gibt es noch echte Sylter Bauern. In Morsum auf dem Hansenhof, mit seinem liebevoll gestalteten Hofladen, ist man umgeben von Feldern und Wiesen. Im Hofladen gibt es nicht nur die besten Eier der Insel, von 2500 Freilandhühnern, die sich auf einer riesigen Wiese tummeln, sondern auch ein großes Sortiment an Sylter und regionalen Produkten. Ihr findet hier zum Beispiel eine große Auswahl an Hausmacherwurst in rustikalen Einmachgläsern, Schinken und Salami vom Lamm und Galloway, Kartoffeln und eine Vielfalt an selbstgemachten Fruchtaufstrichen. Übrigens sind das auch tolle Mitbringsel für daheim. Echt „Syltiges“ sozusagen.

 

Hansenhof Hofladen Eier

 

Hansenhof Sylt Hofladen Fruchtaufstriche

 

Zum Thema Unterkunft auf meiner Lieblingsinsel:
Wir mieten uns immer eine Wohnung wenn wir länger als drei Tage dort sind. Ferienhäuser- und Appartementvermietungen gibt es viele auf der Insel. Da hat man eine wirklich große Auswahl. Ich kann den „SAS Sylter Appartement Service“ empfehlen. Für einen Kurzaufenthalt auf der Insel, kann ich euch das „Hotel Uthland“ in Westerland ans Herz legen. Das ist sehr gemütlich, außerordentlich schön eingerichtet, hat einen tollen SPA-Bereich und ein grandioses Frühstück. Und wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, sind auch die Ferienwohnungen des „Dorfhotels“ in Rantum schön. Dort gibt es ein Schwimmbad, eine gute Kinderbetreuung und ein spezielles Frühstücks- und Abendbüffet für Kinder.

 

 

Regina auf Sylt

Und . . . habt ihr Lust bekommen auch mal auf Sylt vorbei zu schauen? Die Bilder sind bei meinem letzten Wochenende auf Sylt im diesem Winter entstanden. Ich hoffe, ich konnte euch überzeugen wie schön es dort ist und das es keine „Beste Jahreszeit“ für Sylt gibt. Sylt hat einfach immer Charme – im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Nachdem ich das alles für euch geschrieben habe, könnte ich glatt schon wieder meine Sachen packen und sofort losfahren. Ganz große Sylt-Liebe sozusagen ♡ ♡ ♡

Eure Regina

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